Freitag, Juni 30, 2017

1 x 1 der Tierfotografie

Tipps für die Tierfotografie


Wer Tiere liebt, fotografiert sie auch gerne. Was man auf jeden Fall dabei benötigt ist ganz viel Geduld und im richtigen Moment Geschwindigkeit. Tiere machen nie das, was man von ihnen erwartet. Es dauert seine Zeit um besondere Momente einzufangen. Doch haben Tiere Gewohnheiten, genauso wie Menschen, also lohnt es sich Tiere zu beobachten und zu studieren, um später tolle Schnappschüsse nach Hause zu bringen. Das gilt für alle Tiere, egal ob es sich um Tiere im Zoo, Insekten, Haustiere oder Wildtiere handelt.

Die nötige Fotoausrüstung

Da man im Normalfall Tieren nicht besonders nahe kommen kann, ist ein Teleobjektiv von mindestens 125 mm Brennweite notwendig, um Tiere formatfüllend fotografieren zu können. Allerdings ist das auch die unterste Grenze. Nach oben hin, kann es vor allem in der freien Wildbahn keine Grenze geben. 300 bis 800 mm Brennweite sind dort anzuraten. Als Zubehör gehört dann auch ein Dreibein- oder zumindest ein Einbein-Stativ dazu, um die Fotos bei diesen hohen Brennweiten nicht zu verwackeln. Wer hingegen Insekten fotografieren möchte, benötigt ein Makro-Tele ab 105 mm Brennweite, weil auch Insekten eine Fluchtdistanz leben und schneller weg sind, als man glaubt. Kommt man ihnen mit geringeren Brennweiten zu nahe sind sie auch schon wieder weg.


Ein Insekt im Flug zu erwischen bleibt dennoch ein Glücksfall. Man kann sich nur auf die Lauer legen, manuell auf ein Motiv, wie z.B. eine Blume scharf stellen, warten und hoffen. Ein Vollformatsensor bietet im Gegensatz zu einem kleineren Sensor die Möglichkeit, später verlustfrei einen engeren Bildschnitt zu wählen. Hilfreich bei allen Tieren, die sich schnell bewegen ist natürlich die Serienbildfunktion und wer einen Nachführ-Auto-Fokus hat, sollte diesen einschalten. Mehrfeldmessung ist auf jeden Fall gegen die mittelbetonten Punktmessung im Vorteil.

Teleobjektive schlucken Licht. Deshalb ist die Lichtempfindlichkeit auf mindestens 400 ISO oder mehr einzustellen. Wer einen Sensor besitzt, der Rauschfreiheit bis 3.200 ISO garantiert, ist natürlich im Vorteil. Die Belichtungszeit sollte immer 1:1 mit der Brennweite eingestellt werden, um nicht zu verwackeln. Bei 200 mm Brennweite also 1/200 Sekunde. Bei noch höheren Brennweiten dementsprechend kürzere Belichtungszeiten.

Die Gegenlichtblende sollte immer am Objektiv oben bleiben. Das sorgt für bessere Kontraste in den Tonwerten, weil Streulicht verhindert wird. Da eine Fotosafari einen ganzen Tag dauern kann, sollte man auch an aufgeladene Reserveakkus denken.

Alles andere Zubehör würde ich zu Hause lassen, weil jeder Kilo unnötigen Zubehörs ermüdend wirkt und wir uns relativ frei bewegen wollen.

Blitzgeräte sollten in der Tierfotografie niemals zum Einsatz kommen!

Für Indobor-Aufnahmen mit Haustieren kann man Dauerlicht einsetzen. Für Katzen- oder Hundeporträts empfiehlt sich eine LED Ringleuchte.

Tierporträts


Ähnlich wie bei Porträtfotos von Menschen sollten immer die Augen kanckscharf abgebildet sein. Nur beim richtigen Porträt darf ein Ausschnitt gewählt werden. Wenn man das Tier ganz abbildet und dann die beine abschneidet, schaut das ziemlich dämlich aus. Aufgrund der geringen Schärfentiefe der Tele-Brennweiten ist das Motiv automatisch vom Hintergrund freigestellt.

Fotografieren im Tiergarten und Zoo


Im Zoo oder Tiergarten sind oft Glasscheiben oder Zäune zwischen uns und den Tieren. Diese kann man mit Offenblende wegzaubern. Man geht mit der Gegenlichtblende ganz an das Glas oder den Zaun ran und öffnet die Blende. Die Kontraste müssten dann passen und Glas oder Zaun ist nicht mehr am Bild zu sehen. In diesem Fall ist die mittelbetonte Spotmessung von Vorteil. Es wird auf die Augen scharf gestellt.

Tiergewohnheiten studieren

Wann sind die Tiere aktiv? Wann ist die Fütterungszeit im Zoo? Auf welchen Plätzen treffe ich welche Tiere in der freien Wildbahn an?


Wissen über die Tiere und viel Geduld sind Voraussetzungen für Top Tierfotos. Natürlich sind auch die Bildkomposition und Bildgestaltung von Bedeutung. Drittelregel bzw. Goldener Schnitt gelten auch in der Tierfotografie als Garantie für gute Fotos.

Fotokurse

Sachbücher Fotografie

Tierfotos | Tiere in freier Wildbahn

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor zu Themen aus der Fotografie
mizerovsky.com

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